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Portrait:

Kartin Bethge

Katrin Bethge

Eigentlich ist die 34-Jährige gelernte Theatermalerin. Doch nach ihrer Ausbildung an der Hamburgischen Staatsoper beschloss sie, selbständig arbeiten zu wollen. Also begann sie ein Studium im Fachbereich Gestaltung an der HAW, der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg. "Das ist ein bisschen wie Theatermalerei, nur kleiner", sagt Katrin Bethge. Der Textbezug bei der Illustration erschien ihr besonders spannend. "Aber im Studium habe ich dann gemerkt, dass ich lieber frei arbeite und z.B. Kinderbuch-Illustration mich nicht so sehr reizte.

bruecke

Die Figur im Raum

"Mir war immer die Figur im Raum sehr wichtig", sagt sie. Neben dem Theater fühlt sich Katrin Bethge auch dem Tanz sehr verbunden. 1999 ergab sich eine erste Zusammenarbeit mit einer Choreografin. "Ich war allein mit zwei Tänzerinnen in einem weissen Galerieraum", berichtet Katrin. "und habe mit zwei Overhead-Projektoren den Bühnenraum gestaltet, habe in den Tanz mit Licht hineingezeichnet. Ganz ähnlich, wie bei der Theatermalerei." Aber nun konnte sie das Bild sofort verändern, bewegte Malerei sozusagen. "Verglichen mit dem Theater ist der Tanz eine besonders visuelle Ausdrucksform, die auch ohne Worte auskommen kann".

Projektor

Visuelle Extreme

Für ihr Diplomprojekt "Wellenklänge - Wasserwerke für Chor und Licht" inszenierte sie mit ihren Projektionen ein Chorkonzert. Eine Projektionsleinwand definierte den Bünenraum, in dem die Sänger sich während des Konzertes bewegten.

Theater

Flüchtigkeit in Echtzeit

Bemerkenswert ist die Flüchtigkeit des Moments in Katrin Bethges Projekten. "Ich kann in Echtzeit arbeiten", erklärt sie das Besondere an ihren Performances. "Weil ich direkt auf das reagieren kann, was auf der Bühne passiert. Und die Schauspieler können auf mich reagieren." Der Dialog der beteiligten Künstler lässt synästhetische Prozesse verschiedener künstlerischer Disziplinen entstehen, mit genug Raum für das Spielerische und das Experiment.

illumi

Vergängliche Augenblicke

Das Temporäre reizt Katrin Bethge besonders: "Wenn ein Moment berührt, etwas auslöst, dann bleibt er in der Erinnerung des Betrachters bestehen. Da macht es eigentlich keinen Unterschied, ob es sich um eine zeitlich begrenzte Performance oder eine Skulptur handelt."

Text: Annette Riestenpatt
Fotos: Juergen Hoefer, Gulliver Theis, Rolf Kellner, Andreas Kowatsch



wellen

Inspiration im Supermarkt

Die Materialien auf ihrem Overhead-Projektor sind ebenso ungewöhnlich, wie die Bilder, die sie damit schafft. Katrin findet sie auf der Straße, beim Spaziergang im Park oder im Supermarkt. "Inzwischen habe ich schon einen richtigen Röntgenblick bekommen, was sich auf dem Projektor gut macht, welches Material amorph und transparent genug ist", sagt sie. "Natriumglutamat, ein Geschmacksverstärker, bildet in Wasser aufgelöst zum Beispiel wunderschöne Schlieren", erklärt sie mit leuchtenden Augen. Aspirin, Vitamintabletten, Glasnudeln oder Sago finden sich in ihrer Hexenküche ebenso wie Netze, Glasscherben oder Fundstücke aus dem Hamburger Hafen.

Projekte

Neben Theaterprojekten im Hamburger Kunsthaus, im Schauspielhaus, auf Kampnagel oder beim Wiener Max Reinhardt Seminar, hat es Katrin Bethge immer gereizt, mit Künstlern aus anderen Disziplinen zusammenzuarbeiten. So hat sie z.B. im Jahre 2001 den Unileverpreis für Marken und Kunst sowie die Hohe Design Auszeichnung /Red Dot Award für das Mode-Kunst-Projekt Anarak erhalten, das in Zusammenarbeit mit sechs verschiedenen Designern realisiert wurde. Seit einigen Jahren entstehen auch Freiraumprojektionen, wie zur Hafensafari oder der Ponton Art Connection.

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