Fünf vor zwölf – unten an der Elbe – das Wasser bis zum Hals – ein Sofa schwimmt vorbei Er erwachte und beobachtete Lucy beim Ankleiden. Sie lief in Jeans und BH durchs Zimmer und bürstete sich die Haare. Sie hat einen schönen Rücken, dachte er, und schöne Arme. Sie stand jetzt vor dem Fenster – im Gegenlicht betrachtete er ihre Silhouette. Sie wandte sich um und lächelte ihn an. Er spürte einen Stich im Herzen und auf einmal war alles klar: "Ich liebe sie", dachte er überrascht. Das Gefühl überschwemmte ihn wie eine Ozeanwelle – ich liebe sie. Ich bin also verliebt, sagte er noch einmal zu sich selbst, das ist schön. Dann erwachte er ein zweites Mal. Lucy lag seelenruhig neben ihm und schlief. Es dauerte einen Augenblick, bis er begriff, dass sein erstes Erwachen, Lucys Umhergehen und das Haarebürsten nur Teile eines Traums gewesen waren. Scheiße, dachte er, die Liebe war also nur geträumt. Er richtete sich auf, legte sich ein Kissen in den Rücken und starrte an die Decke. Lucy lag immer noch regungslos neben ihm und schnarchte vernehmlich. Früher hatte es ihn oft gerührt, sie beim Schlafen zu beobachten – aber früher war lange her. Jetzt bohrte sich das schnarrende Geräusch ihres vibrierenden Gaumensegels durch seine Schädeldecke direkt ins Kleinhirn und sägte dort an seinem Geduldsfaden, der etwa viereinhalb Sekunden später riss. Genervt stieß er ihr seinen Ellenbogen gegen die Schulter. Der Impuls ließ sie langsam über die Bettkante kippen – und sie plumpste wie ein Kartoffelsack auf den Holzfußboden. "Recht so", dachte er zufrieden, denn jetzt war Ruhe. Einen Augenblick später schreckte sie hoch: "Ähh, waswaswas ... wer?", rief sie sinnlos in den Raum. "Ich, Schatz, nur ich", sagte er liebevoll, er war ein guter Schauspieler. Sie blickte ihn verschlafen an, dann entspannte sich ihr Gesicht, und sie lächelte wie ein irres Kalb, dem plötzlich klar wird, dass kein Strom auf dem Elektrozaun ist. Nach einer Pause sagte sie offenbar glücklich: "Wir heiraten heute!" "Wir heiraten heute", hallte es in seinem Kopf nach, "heiraten heute!" Noch bevor er die Bedeutung ihrer Worte erfassen konnte, schaltete Lucys Gesicht von Mondkalb auf Geschäftsfrau, sie sprang auf und lief in die Küche, aus der er sie rufen hörte: "Aufstehen, Mausi, wir haben viel zu tun, um elf kommt der Frisör und um zwölf die ersten Gäste!" Sie steckte ihren Kopf durch die Küchentür, "und vergiss nicht, die Ringe einzustecken ..." Er nickte ihr gequält lächelnd zu und klinkte sich dann aus – er wusste, sie würde jetzt pausenlos so weiterplappern. Sie lief vor ihm auf und ab, er sah die Bewegungen ihres Mundes, ihre Stimme aber war ausgeblendet. Sein Kopf dröhnte und er spürte einen intensiven Druck in der Magengegend – einen Kloß, der sich von unten gegen seinen Brustkorb stemmte und Beklemmung hervorrief. "Heiraten", dachte er, "wie konnte das passieren?"
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Das mit Lucy war von Anfang an nicht unbedingt Liebe gewesen, daran konnte auch sein Traum nichts ändern. Er hatte sie während einer Sprachreise kennen gelernt, sie tranken an einem Lagerfeuer Bier und stellten ziemlich schnell fest, dass sie in Hamburg in der gleichen Straße wohnten, sich dort aber noch nie über den Weg gelaufen waren. Auf Partys stellte Lucy diesen simplen Zufall gern als Beweis für die Macht des Schicksals dar. "Es musste so kommen", sagte sie dann immer, "wir sind einfach füreinander bestimmt!" Auch sie schauspielerte nicht schlecht. In Wahrheit hatten sie, aus dem Urlaub zurückgekehrt, einfach keine Chance mehr gehabt, einander aus dem Weg zu gehen, und da sie beide damals schon eine Weile Singles waren und jeweils keine besseren Kandidaten zur Auswahl standen, taten sie sich eben zusammen – aus einem Monat wurde ein Jahr, aus einem Jahr wurden zwei, im Dritten nahmen sie sich eine gemeinsame Wohnung und ihr Vater stellte ihn als Prokuristen in einem seiner Großschlachthöfe an. Im März des vierten Jahres sagte sie eines Morgens am Frühstückstisch zu ihm: "Du musst mich heiraten – möglichst schnell?" Eine ihrer besten Freundinnen, die sie hasste wie die Pest, hatte gerade einem Banker das Ja-Wort gegeben. Da sie nicht zu Unrecht glaubte, in einem weißen Kleid um einiges besser auszusehen als diese, und zudem wusste, dass ein für ihre beste Freundin wirklich demütigender Vergleich von ihren anderen Freundinnen nur bei relativ zeitnaher Abfolge der Festlichkeiten vorgenommen werden konnte, drängte sie auf eine rasche Eheschließung. Er selbst war zu höflich, um nach vier Jahren trauter Zweisamkeit seine wachsende Abneigung gegen sie ausgerechnet mit einem Nein in einer so wichtigen Frage zum Ausdruck zu bringen. Überhaupt war Höflichkeit seine hervorstechendste Eigenschaft. Sein Vater war ein ängstlicher, unterwürfiger Mann gewesen, der sich, was seine Lebenseinstellung betraf, auf eine bis ins 17. Jahrhundert zurückreichende Ahnenreihe von ängstlichen, unterwürfigen Männern berufen konnte und der seinen einzigen Sohn jeden Morgen mit den Worten in die Schule verabschiedete: "Halt die Bälle flach, mein Junge, nur nicht auffallen – denk dir einfach deinen Teil!" Und auch wenn diese Worte ein wenig an Überzeugungskraft einbüßten, nachdem der Nichtschwimmer bei einer Bootspartie über Bord ging und den Tod fand, weil er schlicht zu höflich gewesen war, zu so später Stunde wirklich laut um Hilfe zu schreien – hielt sein Sohn sich immer daran. Er dachte sich eben seinen Teil oder anders gesagt: Wenn er etwas wirklich gut konnte, dann war es, das eine zu denken und das andere zu sagen.
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Sie waren jetzt auf den Weg zur Villa von Lucys Eltern, einer geschmacklosen Bausünde an der Tötenser Elbe, in deren weitläufigem Garten sowohl die Trauung als auch die Feier mit 500 geladenen Gästen abgehalten werden sollte. Zuvor gedachte Lucy sich allerdings noch von Jean-Marc, dem Familienfrisör, eine spektakuläre Turmfrisur anfertigen zu lassen. Sie waren ein wenig spät dran, und Lucy war einigermaßen geladen: "Wenn wir wegen dir zu spät kommen, kannst du was erleben", giftete sie. Sie sagte "wegen dir", obwohl sie es gewesen war, die zwei Stunden das Bad blockiert hatte, es war reine Gewohnheit. "Und das an meinem Hochzeitstag ...", seufzte sie vorwurfsvoll. "Schatz, mach dir keine Sorgen, du siehst jetzt schon ganz fantastisch aus", erwiderte er in besänftigendem Ton und dachte bei sich: "Ich könnte einen Herzinfarkt vortäuschen und mich in die Notaufnahme einliefern lassen ..." Auf der protzigen Terrasse hatten sich bereits Lucys Mutter, ihre Schwester Tanja und deren Tochter Mimi versammelt, um den Turmbau zu beaufsichtigen. Alle drei waren unglaublich fett, wobei das Lebendgewicht der Mutter an diesem Tag einen historischen Höchststand erreicht zu haben schien. Sie trug einen unsäglichen, blau-rot-karierten Hosenanzug, der ihre Kastenförmigkeit auf das Unvorteilhafteste zur Geltung brachte. "Wie ein Sofa, dem man einen Schweins-Kopf auf die Rückenlehne genäht hat", dachte er sinnlos, während sie mit ausgebreiteten Armen über den Rasen auf ihre Tochter zu waberte. "Schatz, da bist du ja", kreischte sie aufgeregt – und mit Blick auf ihren zukünftigen Schwiegersohn verächtlich: "Musstest du wieder auf ihn warten?" Er ignorierte das: "Du siehst toll aus... Abgenommen?" Dann umarmte er den unförmigen Fleischbrocken wie ein verloren geglaubtes Kind. Wenig später drückte er die Wurstfinger seiner Schwägerin in spe, die noch nie ein Hehl daraus gemacht hatte, dass sie ihn für einen Versager hielt: "Na du Versager, dein großer Tag heute, was?!" – "Hi, Tanja, schön, dich zu sehen!" " Er bemühte sich, freundlich zu klingen, während er sich insgeheim zum hundertsten mal darüber wunderte, wie Lucy es geschafft hatte, so schlank zu bleiben, obwohl sie dieser Familie von Mastschweinen entstammte. Dann trat die kleine Mimi hinzu und ihm gegen das Schienbein – ihr Mondgesicht grinste ihn herausfordernd an. Er streichelte ihr lächelnd über den Kopf und überlegte: "Kinderkriegen kann ich vergessen, diese Gene dürfen nicht weitergegeben werden!" Er half Lucy aus dem Mantel, warf ihn vorsichtig über einen Gartenstuhl und wollte sich schon zum Gehen wenden, als ihn seine zukünftige Schwiegermutter unsanft am Arm packte: "Nicht so schnell, du musst mir noch helfen." Nach einer Pause fügte sie hinzu: "Wurstplatten!" ----------- "Was?" fragte er, obwohl er das Ganze für einen ihrer üblichen unkontrollierten Ausbrüche hielt, (sie warf gern Worte wie "Sülzwurst!" oder "Schweine-Kotelette" in die Konversation ein, um sich auf die nächste Mahlzeit einzustimmen). "Diesem Cateringservice kann man doch nicht trauen", erklärte sie, "am Ende gibt es nur Austern und Seetang. Dein Schwiegervater hat zur Sicherheit noch ein paar Platten im Kühlhaus deponiert – und du wirst mir helfen, sie in die Küche zu tragen?!" – "Dir helfen?", dachte er, "dich würde ich noch nicht mal anpinkeln, wenn du in Flammen stehen würdest." Dann hörte er sich sagen: "Klar doch, Mama!" – Mama! ... Manchmal fragte er sich selbst, welche fremde Macht ihn solche Sätze formulieren ließ. "Warte einen Augenblick!", befahl sie. Er lief wieder in den Garten, setzte sich auf eine Bank und starrte katatonisch vor sich hin. Irgendwann – nach einer halben Ewigkeit – erwachte er vom aus der Villa dringenden hysterischen Geplapper seiner zukünftigen Verwandtschaft und blickte sich um. Das Wetter war perfekt, die Sonne tauchte den Garten in ein diffus-romantisches Licht und selbst das Kühlhaus, dass sein Schwiegervater letzten Herbst den Vorschriften zum Schutze der Elbe hohnlachend mitten auf den Deich gepflanzt hatte, weil kein handelsüblicher Kühlschrank genug Platz für die beiden Schweinehälften bot, die er und seine Familie im Laufe eines Tages zu vertilgen pflegten – ja selbst dieser hässliche graue Klotz bot heute einen fast erträglichen Anblick. Trotzdem steckte ein Klos von der Größe einer Wassermelone in seinem Hals und raubte ihm fast die Besinnung. Nach Luft ringend versuchte er die Situation zu analysieren: Er würde die Tochter einer dicken Frau heiraten, die er nicht liebte und der an ihm offenkundig auch nicht allzu viel lag – im Groben deshalb, weil er nie gelernt hatte "Nein!" zu sagen. Es war ein elendes Dahinvegetieren, und es wurde Zeit, das zu beenden. Er musste endlich lernen, sich zu verweigern. "Nein, nein, nein, nein", übte er in Gedanken, "NEIN!" "Kommst du jetzt, oder was?" Lucys Mutter unterbrach unsanft seine Selbsthypnose. – "Ja klar, hab nur auf dich gewartet", antwortete er reflexartig. In Gedanken formulierte er zaghaft die Worte: "Nö, hab ich jetzt keine Lust!"
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Sie stampfte voraus, er folgte ihr – noch ganz benommen von der Kühnheit seiner Gedanken sah er ihren massigen Körper den Trampelpfad zum Kühlhaus entlang rollen. Sie öffnete eine Tür, und die beiden betraten einen schwach erleuchteten Raum, der über und über mit allen denkbaren Sorten Fleisch gefüllt war – Schweinekeulen hingen von der Decke und aus einem Regal grinste ihm höhnisch ein Spanferkel entgegen. Lucys Mutter trat an eines der Regale, bückte sich ächzend und zog eine verschwenderisch mit Sülzwurst ausgelegte Chromplatte hervor. "Mach dich mal nützlich", herrschte sie ihn an, "du siehst doch, das mir das schwer fällt." – "Gern, geh mal zur Seite", fügte er sich in sein Schicksal. Er zwängte sich an ihr vorbei ans Regal und wollte sich nach einer Schweineschmalz-Schüssel bücken, stieß dabei jedoch an eines ihrer nicht näher zu definierenden Körperteile. "Kannst du nicht aufpassen?", keifte sie. "Tut mir wirklich Leid", dachte er und sagte: "Friss Scheiße, Schweinegesicht!" Es dauerte einen Moment, bis er begriff, was passiert war. Ihr Gesicht färbte sich blutrot, sie jappste nach Luft und versuchte sich ans Herz zu greifen, aber ihre fleischigen Arme erlaubten ihr keine derart zielgerichtete Bewegung und so ruderten sie hilflos umher. "Schw... Schw... Schweinegesicht? Du nennst mich Schweinegesicht?" Sie rang erneut nach Atem. "Verdammt" dachte er, "da habe ich wohl was verwechselt!" Er versuchte einzulenken: "Na ja, ich meine, eine gewisse Ähnlichkeit ..."– "Du kleiner Mistkerl", sagte sie drohend, sie war jetzt wieder ganz gefasst, ihr Gesicht verzerrte sich zu einer hässlichen Grimasse: "Das wird dir noch Leid tun!" – "Da bin ich anderer Meinung, Fettarsch", erwiderte er und dachte überrascht: "Geht ja ganz leicht!" Sie baute sich drohend vor ihm auf: "Das ist dein Ende, dein Ende", zischte sie, "dein Traum ist zu Ende, du Schmarotzer, dich mach ich fertig, du kriegst in dieser Stadt keinen Fuß mehr auf die Erde!" Ihr Gesicht war jetzt ganz nah an seinem, er roch ihren Atem – eine Mischung aus Zwiebeln, Speck und verfaulten Innereien. Ein ungekanntes Ekelgefühl stieg in ihm auf, er schob sie von sich und konnte nur mühsam den Impuls unterdrücken, sie zu schlagen. Das heißt, eigentlich glaubte er nur, den Impuls unterdrücken zu können. Überrascht sah er sich dabei zu, wie er ausholte und ihr seine Faust ins Gesicht schleuderte. Er spürte, wie sich seine Finger in ihr Gesicht versenkten wie in einen Klumpen Hackfleisch, ihre feisten, fleischigen Wangen minderten die Wucht seines Schlages, doch irgendwann drang er zu ihrem Jochbein durch, ihr Kopf knickte in Zeitlupe nach hinten, und sie prallte mit dem Rücken gegen ein Regal. Sie blickte ihn mit einer Mischung aus Wut und Entsetzen an: "Was zum Teufel ..." Wummm! Diesmal hatte er besser gezielt, mit einem "Plong" zerbarst ihr Nasenbein, noch einmal prallte sie gegen das Regal, dann taumelte sie langsam nach vorn, er hatte Zeit, sich optimal in Position zu bringen, dann versetzte er ihr einen gezielten Haken an die Stelle, an der er ihr Kinn vermutete. Sie starrte ihn benommen an. "Die steht immer noch", dachte er überrascht, griff sich eine tiefgefrorene Schweinekeule, holte aus und schlug zu.
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Er hatte ein solches Geräusch noch nie zuvor vernommen, und doch wusste er sofort, was es zu bedeuten hatte. Die Keule war mit voller Wucht auf ihre Stirn getroffen. Wiederum knickte ihr Kopf in Zeitlupe nach hinten und verursachte dabei dieses unbeschreibliche Geräusch berstender Knochen. Sie sackte in sich zusammen und war tot. Eine Weile stand er reglos da und blickte auf sie hinunter. Sie lag vor ihm wie ein gestrandeter Wal, Blut rann ihr aus den Ohren und der Nase – ihre Augen starrten noch immer hasserfüllt. Ohne nachzudenken packte er sie an den Beinen, zerrte sie mechanisch aus dem Kühlhaus und schleifte sie ächzend auf die Deichkrone, wo er den Leichnam parallel zum Flusslauf positionierte und ihm schließlich einen kräftigen Tritt verpasste, so dass dieser in unregelmäßigen Bewegungen den Abhang hinunterrollte, ins Wasser plumpste und sofort versank – um einen Augenblick später wie ein Korken wieder an der Wasseroberfläche zu erscheinen. Er ließ sich zitternd auf den Rasen fallen und beobachtete, wie Lucys Mutter sanft auf den Wellen schaukelte. Dann wurde sie von der Strömung erfasst und trieb davon. Verstört blickte er ihr nach und versuchte sich zu vergegenwärtigen, was er gerade getan hatte, er wollte denken: "Oh mein Gott!" und: "Was habe ich getan?", stattdessen formten seine Lippen zu seiner Überraschung die Worte: "Ich bin frei!" In diesem Augenblick erschien neben ihm ein kleines Mädchen in einem rosa Rüschenkleid, das einen Strauß Gänseblümchen in den Händen hielt. Er blickte auf die Uhr: Fünf vor zwölf, die ersten Gäste! Das Mädchen stieß ihn an und wies hinunter zum Fluss: "Guck mal, Onkel, da schwimmt ein Sofa!"
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Gegen acht erwachte er zum dritten Mal. Er lag in einem Bett und blickte an eine Zimmerdecke. Unsicher wendete er den Blick zur Seite. Lucy saß neben ihm auf der Bettkante. "Aufstehen", kommandierte sie, "es gibt viel zu tun!" – "Was?" Er begriff nichts – "Aufstehen!", wiederholte sie. Er beruhigte sich langsam. "Los, hoch, wir heiraten heute, das wird ein anstrengender Tag!", befahl Lucy. "Das wird ein guter Tag", dachte er – und meinte zum ersten mal nach langer Zeit wieder, was er sagte.
Andreas Udluft